Meine Positionierung: Volltreffer oder weit verfehlt?

Meine Positionierung: Volltreffer oder weit verfehlt?

Die Positionierung ist ein wichtiges Thema. Stelle ich mich breit auf oder arbeite ich nur für eine spezielle Zielgruppe. Die Antwort ist nicht einfach und wird nicht an jedem Punkt der Selbständigkeit die gleiche sein. Mit Beginn meiner Selbständigkeit sah es anders aus als heute.

Hochmotiviert mit einer Vision im Kopf bin ich im August 2018 in meine Selbständigkeit gestartet. Meinen ersten Kunden hatte ich bereits und jetzt sollten weitere Kunden generiert werden.

Als Ruhrpötterin mit Leib und Seele stand meine Zielgruppe von Anfang an fest. Es sollten Klein und Mittelständische lokale Unternehmen sein. Ich liebe es, kleine Geschäfte zu besuchen, individuelle Dinge zu kaufen, mich beraten und inspirieren zu lassen. Alles vor Ort zu erledigen ist mein Traum und ich wollte diese Unternehmen mit meinen Social Media Aktivitäten unterstützen.

Leerstand oder Billigshops haben in Mülheim genau wie in den Nachbarstädten Einzug gehalten. Bei genauem Hinsehen konnte ich jedoch erkennen, dass sich an manchen Orten abseits der „Einkaufsmeile“ etwas entwickelte. Kleine Geschäfte fassten Fuß, kleine Gastronomiebetriebe öffneten ihre Türen und das Schönste war, ich habe diese Orte online gefunden, denn ich war schon lange nicht mehr in der Innenstadt unterwegs. Ich habe mich vor Ort umgesehen und fand es toll, dass sich lokaler Handel ansiedelte. Viele dieser neuen Händler und Gastronomen haben sich vernetzt und unterstützen sich gegenseitig. Gerade in der aktuellen Krise ist das von unbezahlbarem Wert. Ich kann es sehen und finde es großartig.

Was ist jedoch mit den „alteingesessenen“ Unternehmen? Bei meinem Streifzug durch die Innenstadt habe ich viele Geschäfte gesehen, von denen ich nicht wusste, dass es sie überhaupt noch gibt. Für mich waren sie unsichtbar, da ich mich nicht in der Stadt bewegt habe.

Genau diese Unternehmen zählten zu meiner Zielgruppe!

Woran sollte mich meiner Zielgruppe erkennen?

Logo

In Anlehnung an die Ruhr habe ich mich für mein Logo mit blauer Wellenform entschieden.

Domain

Da ich meine Kunden im Ruhrgebiet betreuen möchte, habe ich die Domain mit der Endung  .ruhr gewählt.

Fotos

Für meine Fotos habe ich mit Siegfried Dammrath einen Fotografen gewählt, der mit Leidenschaft Landschafts- und Industriefotos macht und mich so gezielt in Mülheim positionieren konnte.

Mein Angebot

Eine strategische Aufstellung und eine gezielte Content- und Redaktionsplanung sollten die Grundlage sein, um dann das Unternehmen eine Zeit lang operativ zu begleiten.

Netzwerken vor Ort

Ich habe Netzwerke in Mülheim und in der Nachbarschaft besucht, mich ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. Getroffen habe ich die verschiedensten Menschen, doch kaum Inhaber kleiner lokaler Unternehmen. Es war nicht einmal eine Handvoll und diese wenigen gehörten zu der Kategorie, die effektiv ihre Social Media Kampagnen selbst umsetzen.

Ziel verfehlt

Mit einem Blick auf die Ergebnisse meiner Selbständigkeit habe ich 2020 abgeschlossen. Festgestellt habe ich, dass ich meine Zielgruppe nicht so erreicht habe, wie ich es mir vorgestellt habe.

Hätte ich auf meine Zielgruppe gewartet, so gäbe es mich mit meinem Business heute nicht mehr.

Tatsächlich hatte ich jedoch viele Kunden und war sehr beschäftigt. Vornehmlich Dienstleister, Coaches und Ärzte suchten meine Unterstützung. Ich habe mich darauf eingelassen und es nicht bereut.

Meine Flexibilität zu Beginn meiner Selbständigkeit hat sich ausgezahlt. Branchen, die mir fremd waren oder die ich aus einer ganz anderen Perspektive kannte, haben mich beauftragt. Ich habe mich eingearbeitet, eine Strategie entwickelt und umgesetzt.

Kurz gesagt, meine angebotenen Leistungen ließen sich wunderbar anwenden und waren erfolgreich.

Im Laufe der Zeit zeigte meine Zielgruppe plötzlich Interesse. Aufgrund fehlender Ressourcen musste mein Angebot zwar oft gekürzt werden, doch es ging los. Es gab viel zu tun und es musste schnell passieren. Corona machte klar, dass digitale Lösungen schnellsten gefunden werden mussten.

Die undurchschaubare Situation machte eine Planung schwierig. Wie sollte ein Redaktionsplan unter diesen Bedingungen erstellt werden?

Bildmaterial war nicht vorhanden und musste produziert oder gefunden werden.

Große Recherchearbeiten waren zeitlich kaum möglich. Die Kommunikation musste stimmen, um vernünftigen Content zu erstellen.

Kurz gesagt, es war herausfordernd und anstrengend.

Mit dem Abschluss meiner Arbeiten gebe ich die Betreuung zurück in die Hände der Unternehmer. Oft sehe ich dann, dass meine Strategie anfangs gut umgesetzt wird, doch die Beiträge irgendwann unregelmäßiger werden, bevor die Sichtbarkeit ganz verschwindet. Das ist schade und macht mich sehr traurig.

Welches Résumé ziehe ich aus meinen Erkenntnissen?

  1. Durch die Arbeit für die verschiedensten Branchen habe ich einen Bereich gefunden, für den ich wahnsinnig gerne arbeite. Es handelt sich um Ärzte und das Gesundheitswesen allgemein. Meine Leistungen lassen sich hier effektiv umsetzen und durch ein gutes Community Management klappt es wunderbar mit der Kommunikation.
  2. Kleinen und mittelständischen Unternehmen möchte ich jedoch nicht den Rücken kehren, sondern weiter unterstützend zur Seite stehen. Ich arbeite an individuellen Workshops in kleiner Runde, in denen ich mein Fachwissen vermittele und auf persönliche Problematiken eingehen kann. Außerdem stehe ich für individuelle und persönliche Beratungen zur Verfügung. Operative und redaktionelle Begleitungen werde ich nicht mehr übernehmen.

Ich freue mich auf diesen neuen Weg und bin sehr gespannt, was dieses Jahr für mich bereithält.

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