Ein Jahr Selbstständigkeit und wie alles begann

Ein Jahr Selbstständigkeit und wie alles begann

Anfang oder Ende?

Immer befürchtet, doch niemals damit gerechnet. 2017 meldete Air Berlin Insolvenz an. Die Hälfte meines Lebens hatte ich in der Flugbranche gearbeitet und nun war das Ende da.

Am 28.10.2017 landete die letzte Air Berlin Maschine in Düsseldorf. Ein trauriger Abschied für uns als Mitarbeiter aber auch für Passagiere, Dienstleister und den Flughafen.

Eine Ära ging zu Ende.

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Mir erging es wie vielen meiner Kollegen. Mein Weg führte mich zur Arbeitsagentur. Da mein Arbeitsbereich spezifisch auf eine Airline ausgerichtet war, stand für die Arbeitsagentur schnell fest, dass ich nicht vermittelbar sei. Mit einer langen Liste von Online Bewerbungsportalen wurde ich entlassen. Ich bewarb mich auf Stellen, in deren Ausschreibungen ich Aufgaben erkannte, die mir geläufig erschienen. Wenn die Arbeitgeber nett waren, bekam ich eine Absage, ansonsten kam nie eine Antwort.

So konnte es nicht weiter gehen!

Mit 50 Jahren war ich zu jung für die Rente und zu alt für einen Neuanfang.

Mein Weg

Ich wollte mich breiter aufstellen. Mein spezifisches Wissen und meine Erfahrungen anderen Branchen zugänglich machen. Wieder nahm ich Kontakt mit der Arbeitsagentur auf und beantragte eine Weiterbildung.

Da ich mich während meiner beruflichen Laufzeit mit Qualitätskontrollen beschäftigte, war die Entscheidung klar. Qualitätsmanagement sollte es sein. Ich startete eine modulare Weiterbildung, die im letzten Modul auch die Zertifizierung zum Projektmanager beinhaltete. Eine Strategie entwickeln, ein Ziel verfolgen und bei Zielerreichung das Projekt abschließen. Mir gefiel diese Arbeitsweise. Kurzentschlossen entschied ich mich eine weitere Zertifizierung im Social Media Management anzustreben.

Eine meiner besten Entscheidungen! Ich erkannte wie viel Potenzial in Social Media steckt und wie viel Spaß es machen kann individuelle Strategien zu entwickeln und umzusetzen.

Während meiner Weiterbildung im Qualitätsmanagement fragte mich einmal ein Dozent, wofür ich denn brenne. Damals konnte ich ihm keine Antwort geben, war planlos und ziellos. In diesem letzten Modul erkannte ich, was es bedeutet, für eine Sache zu brennen.

Meine Abschlusspräsentation bescherte mir dazu den ersten Kunden.

Das musste ein Zeichen sein!

Der wahre Anfang

Mein erster Kunde war ein großer Sportverein. Die Strategie war bereits im Rahmen meiner Ausbildung entwickelt. Meine weitere Aufgabe bestand nun in der operativen Begleitung für den Verein und die verschiedenen Sportarten. Erste Erfolge stellten sich ein, die Kommunikation setzte sich in Gang und ich hatte wahnsinnigen Spaß an meiner Arbeit.

Warum sollte ich nicht einfach das tun, was mir Spaß macht?  

Die Investitionen für mein Business hielten sich in Grenzen und zum 01. August 2018 startete ich in meine Selbstständigkeit.

Erste Hürden

Kontakte spielen in meinem Business eine große Rolle und so kam es, dass die ersten Kundenanfragen aus den Reihen meiner Freunde und Bekannten kamen. Mit jeder Anfrage krempelte ich die Ärmel hoch und begann mit meiner Arbeit. Ich recherchierte, entwickelte Ideen und investierte viel Zeit. In den meisten Fällen endeten die Anfragen im Nichts!

Wie auch bei meinen Bewerbungen sah es so aus, dass ich entweder eine Absage bekam oder es keine Rückmeldung gab. Ich ärgerte mich über die fehlenden Antworten. Viel mehr jedoch ärgerte ich mich über mich und meine Wartestellung.

Heute kann ich sagen, dass ich durch diese Situationen viel gelernt habe!

  1. Mit solchen unzuverlässigen Kunden möchte ich nicht arbeiten. Meine Arbeit setzt eine gute Kommunikation voraus und wenn es bereits am Anfang hakt, so kann es am Ende nicht gelingen.
  2. Ich beginne mit meiner Arbeit, sobald ich eine verbindliche Zusage und eine Anzahlung bekommen habe.

Meine Erfolgserlebnisse

Sicher gibt es noch immer den ein oder anderen Kunden, der nach seiner Anfrage nicht mehr auftaucht, doch die Zahl der zuverlässigen Interessenten überwiegt. Grund genug, um weiterzumachen und Menschen und Unternehmen zu unterstützen, die bereit sind, sich auf die sozialen Medien einzulassen und meine Hilfe in Anspruch nehmen möchten.

Seit der Zeit meiner Selbstständigkeit habe ich viele Menschen kennengelernt, die sich ebenso wie ich, auf den Weg gemacht haben. Sie stellen sich täglich neuen Herausforderungen und gehen ihren Weg. Die meisten von ihnen, haben gelernt sich zu vernetzen. Sie unterstützen andere mit Ihrem Wissen und ihrer Erfahrung. Es ist ein Geben und Nehmen, von dem jeder profitieren kann. Meiner persönlichen Entwicklung hat das Netzwerken sehr geholfen und die Angst vor neuen Wegen und Entscheidungen genommen.

Fazit

Ohne den Fall von Air Berlin hätte ich mich nicht auf neue Wege begeben. Die Flugbranche hatte immer besonderen Flair und ich habe gerne dort gearbeitet. Heute habe ich mit diesem Lebensabschnitt abgeschlossen. In meiner Freizeit werde ich meiner Reiseleidenschaft weiter nachkommen, doch beruflich ist das Social Media Management meine Passion.

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